Familien-, Paar- und Lebensberatungsstelle

Seit über 25 Jahren ist die Familienberatungsstelle des Bürgerhaus Trier-Nord bereits Anlaufstelle für Familien, Paare und Einzelpersonen aus Trier-Nord und der Stadt mit unterschiedlichen Fragestellungen oder Problematiken. Unser Beratungsangebot richtet sich an alle, die familiäre Probleme oder partnerschaftliche Konflikte haben, sich in persönlichen Krisen befinden oder einfach nur ein „offenes Ohr“ suchen.

Unser Beratungsangebot:

Sie können sich an uns wenden

  • wenn Sie Fragen zur Gestaltung Ihrer Elternrolle, der Erziehungsziele und ihrer Umsetzung haben
  • wenn Sie sich als Eltern oder als Alleinerziehende/r in der Erziehung überfordert fühlen
  • wenn Sie lebenspraktische Fragen haben oder aufgrund existentieller Probleme nicht mehr weiter wissen
  • bei Partnerschaftskonflikten, in Trennungs- und Scheidungssituationen sowie in Prozessen der Trennungsverarbeitung
  • bei der Gestaltung des Umgangs mit den Kindern und des Sorgerechts
  • bei Fragen der individuellen Lebensplanung
  • zur Verarbeitung von seelisch belastenden Erfahrungen wie Arbeitsplatzverlust, Krankheit, Tod von Nahestehenden, seelischer, körperlicher oder sexueller Gewalt

So erreichen Sie uns:

Sie erreichen uns telefonisch dienstags – freitags von 9.00 - 12.00 Uhr
Tel.: 0651-91820-16/17/31 (Fax: 0651-9182030) sowie

Offenen Sprechstunde:

Bei akuten Fragen & Problemen können Sie die Offene Sprechstunde dienstags von 9:00 – 10:30 Uhr und von 17:00 – 18:00 Uhr in unserer Beratungsstelle Franz-Georg-Str. 36; 2. Etage ohne Anmeldung in Anspruch nehmen.

Selbstverständlich können Sie uns Ihre Anfrage auch per E-Mail schicken
familienberatung@buergerhaus-trier-nord.de

Unsere Beratung ist weltanschaulich und konfessionell ungebunden und beruht auf gegenseitigem Vertrauen und freiwilliger Mitwirkung. Sie unterliegt der Schweigepflicht und ist kostenlos.

Weitere Bausteine unseres Angebotes sind:

  • Entwicklungspsychologische Beratung
  • Pädagogisch – therapeutische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen
  • Elternkurse/ Gruppenangebote
  • Projekte zu Themen der Erziehung, Gesundheit etc.


Unser besonderer Dank gilt an dieser Stelle der Stadt Trier und dem Land Rheinland-Pfalz, die durch ihre finanzielle Unterstützung unser Beratungsangebot ermöglichen.
Ebenso danken wir unseren ehrenamtlichen MitarbeiterInnen, den Spenderinnen und Spendern und den Mitgliedern der Gremien des Vereins der Nutzer und Förderer des Bürgerhaus Trier-Nord e. V. für ihr ehrenamtliches Engagement und das uns und unserer Arbeit entgegen gebrachte Vertrauen.

Spendenkonto: Bürgerhaus Trier-Nord
Sparkasse Trier BLZ: 585 501 30
Konto: 160531
Stichwort: Familienberatung

Das Beratungsteam

Brigitte Billigen

Diplompädagogin
Systemische Familientherapeutin (DFS)
Tel: 0651-9182017
brigitte.billigen@buergerhaus-trier-nord.de

Fabian Bosch

Diplompsychologe
Systemischer Familientherapeut (cand.)
Tel: 0651-9182031
fabian.bosch@buergerhaus-trier-nord.de

Mona Gupta

Diplompädagogin
Sozialtherapeutin
Systemische Familientherapeutin (SG)
Systemische Supervisorin
Tel: 0651-9182016
mona.gupta@buergerhaus-trier-nord.de

Angebot / Schwerpunkte

A. Pädagogisch-therapeutische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen

Das Angebot richtet sich an Kinder und Jugendliche aus Familien in Benachteiligungslagen aus dem Stadtteil Trier-Nord. Ziel ist die Verbesserung der Entwicklungs-und  Zukunftschancen sowie des gesamten Wohlergehens.

Bausteine des Angebotes sind ganzheitliche, prozessuale Diagnostik, pädagogisch – therapeutische Arbeit nach einem integrativen Methodenansatz, Befundgespräche mit den Erziehungsberechtigten, Kooperationsgespräche mit beteiligten Institutionen und Fachkräften, Einbindung spezieller Fachdienste.

B. Aktuelle Elternkurse und Gruppenangebote

  • Elternkurs „Starke Eltern – starke Kinder®“ (voraussichtlich ab September)
  • Frauen in Bewegung (wöchentliches Sport- und Bewegungsangebot für Frauen im Rahmen der Gesundheitsteams vor Ort, mittwochs 17:00 – 18:30 Uhr im Bürgerhaus Trier-Nord, Balkensaal)
  • Gruppe für junge Mütter- Kooperationsprojekt mit der Baby- und Krabbelstube Trier - Nord (14-tägig, dienstags 13:30 – 15:00 Uhr in der Baby- und Krabbelstube)

C. Fachberatung § 8a SGB VIII

Seit dem Jahr 2007 ist die Beratungsstelle vom Jugendamt der Stadt Trier als Fachberatungsstelle nach §8a Schutz bei Kindeswohlgefährdung anerkannt.
Der Beratungsauftrag richtet sich in diesem Zusammenhang in erster Linie an FachkollegInnen, die bei einem betreuten Kind/ Jugendlichen eine Gefährdung des Kindeswohls vermuten und eine externe Fachberatung i. S. des § 8a SGB VIII zur Einschätzung der Gefährdungslage wünschen.

In diesem Zusammenhang wurde ein Einschätzungsbogen entwickelt, der gemeinsam mit den FachkollegInnen ausgefüllt wird. Auf der Grundlage der Ergebnisse erfolgt eine Einschätzung der Gefährdungslage und die Aufstellung eines Schutzplanes.

D. Frühe Hilfen

Frühe Hilfen wenden sich an die Zielgruppe werdender Eltern und Familien mit Kleinkindern,
insbesondere der 0 – 3-Jährigen.
Sie zielen mit vielfältigen präventiven Angeboten darauf ab, die Entwicklungsmöglichkeiten von Kindern und Eltern frühzeitig und nachhaltig zu verbessern, Risiken für das Wohl und die Entwicklung der Kinder frühzeitig wahrzunehmen und zu reduzieren, und ggf. Maßnahmen zum Schutz des Kindes zu ergreifen.
Frühe Hilfen verstehen sich als regionale und lokale Unterstützungssysteme für Familien.
Sie basieren auf der engen Vernetzung und Kooperation insbesondere von Jugendhilfe und Gesundheitswesen.
Gemäß dem gesetzlichen Präventionsauftrag arbeitet die Beratungsstelle an der praktischen Umsetzung der „Frühen Hilfen“ mit und ist auch im lokalen Netzwerk „Arbeitskreis Frühe Hilfen“ vertreten.

Die hohe Anzahl junger Mütter/Eltern mit Säuglingen und Kleinkindern im Stadtteil mit schwierigen Lebensbedingungen und ein daraus resultierender großer Bedarf an frühzeitiger Unterstützung für diese Familien war für uns Anlass, die sozialräumlich orientierten Angebote im Bereich der Frühen Hilfen für diese Zielgruppe auszubauen.
Insbesondere über die enge Kooperation mit der Baby-und Krabbelstube Trier-Nord und den Kindertagesstätten sowie über eine gezielte Öffentlichkeitsarbeit vor Ort gelang es, wieder vermehrt Schwangere und junge Mütter mit unseren Hilfeangeboten zu erreichen. So konnte in 2010/11 im Vergleich zu 2009 der Anteil dieser Zielgruppe am Gesamtanteil der KlientInnen von 9 Prozent auf 25 Prozent erhöht werden.

Die Zielgruppe junge Eltern
Die Mehrzahl der jungen Mütter/Eltern, die das Hilfeangebot unserer Beratungsstelle in Anspruch nahmen, befand sich in komplexen psychosozialen Problemlagen. Beispielsweise waren drei Viertel der Mütter bzw. der Familien in Bezug von ALG II, die Mehrzahl ohne Ausbildung und mit geringen beruflichen Perspektiven. Mehr als die Hälfte der Mütter war alleinerziehend. Lebten die Eltern zusammen, war die Beziehung oftmals konflikthaft und/oder instabil.

Anlässe der Beratung:
•    Fragen bzw. Probleme im Zusammenhang mit der Schwangerschaft und rund um die Geburt (z.B. Vorsorge, Kontaktaufbau zu Hebammen etc.)
•    Wunsch nach Unterstützung bei der Verselbständigung (Wohnungssuche, Begleitung zur Arge, Hilfe in finanziellen Belangen)
•    Hohe Belastung bzw. Überforderung bei der Versorgung, Betreuung und Erziehung der Kinder im Alltag
•    Konflikte in der Paarbeziehung, in der Elternrolle
•    Fragen in Zusammenhang mit der Vaterschaftsanerkennung und der gemeinsamen Sorge
•    Konflikte im Zusammenhang mit Besuchskontakten des getrennt lebenden Vaters
•    Vereinbarkeit von Familie und beruflicher Orientierung
•    Suche nach Betreuungsmöglichkeiten für die Kinder (Krabbelgruppe, Kita, Tagesmutter)


Im Rahmen unseres ganzheitlichen Konzeptes nahm mehr als ein Drittel der Familien eine intensive Beratung in mehreren Lebensbereichen in Anspruch. In der Regel fand diese  zusätzlich auch im Rahmen von aufsuchender Arbeit und praktischer Begleitung zu den für die Familie relevanten Institutionen statt.
Es zeigte sich, dass die gute Kooperation mit den Abteilungen des Bürgerhauses, den  Kinderbetreuungseinrichtungen vor Ort, den medizinischen Diensten, den Ämtern, den Wohnungsgenossenschaften, dem Job-Center etc. wesentlich zu einem positiven Beratungsergebnis beitragen konnten.

Entwicklungspsychologische Beratung (EB)
Auf der Basis einer umfassenden Weiterbildung einer Mitarbeiterin konnten wir ab 2010 die Entwicklungspsychologische Beratung (EB) als neues Angebot in unserer Beratungsstelle einführen. Sie ist in der Regel teil eines umfassenden Unterstützungsangebotes für die jungen  Familien in belasteten Lebenssituationen.
Ausgehend von den Erkenntnissen der Säuglings- und Bindungsforschung fördert die EB den feinfühligen Umgang der Eltern mit ihrem Kind, mit dem Ziel, die frühe Eltern-Kind Beziehung zu stärken, und eine sichere Bindungsentwicklung der Kinder zu unterstützen.
Diejenigen Mütter, die bisher die videogestützte Entwicklungsberatung in Anspruch nahmen, hatten Kinder im Alter von 0 – 2 Jahren.

Anlässe für die Beratung waren:
•    Unerfahrenheit - Verunsicherung im Umgang mit dem Baby
•    Probleme beim Füttern
•    Ein- und Durchschlafschwierigkeiten des Säuglings
•    Kindliches Trotzverhalten

Der Beratungsprozess
Zu Beginn der Beratung wurde mit den Müttern deren Anliegen besprochen, konkrete Ziele im Hinblick auf die Lösung des Problems erarbeitet und die Methode der Videoarbeit vorgestellt.
Mit dem Einverständnis der Mütter wurden Filme von 10 – 15 Minuten zu Mutter-Kind Interaktionen beim Füttern, Wickeln und/oder Spielen aufgenommen. Kurze Sequenzen daraus wurden mit den Müttern gemeinsam angeschaut und besprochen. Dabei lag der Schwerpunkt auf der Beobachtung der Verhaltensweisen ihres Kindes und darauf, zu verstehen, mit welchen Verhaltensweisen es unterschiedliche Befindlichkeiten ausdrückt und wie die Mutter darauf angemessen reagieren kann.
Die Videoaufnahmen - in der Regel drei Filme pro Kind - wurden im häuslichen Kontext oder in der Beratungsstelle durchgeführt.
Hausbesuche hatten dabei den Vorteil, Mütter mit ihren Kindern unmittelbar im Alltag zu erleben und ganz konkret die häuslichen Bedingungen mit in die Beratung einzubeziehen.
Ergänzt wurde die videogestützte Beratung durch Informationen zur psychischen und physischen Entwicklung der Kinder, durch Klärung alltagspraktischer Fragen im Umgang mit dem Kind, durch lösungsorientierte Beratung bei familiären Konflikten etc.
Die entwicklungspsychologische Beratung umfasste je nach Bedarf 6 – 10 Termine.
Die Erfahrungen im Rahmen der Videoarbeit waren positiv. Die Mütter waren über die Bilder emotional gut erreichbar. Sie zeigten sich von ihrem Kind emotional berührt, freuten sich über gelungene Interaktionen mit ihrem Kind und waren stolz auf die Entwicklungsschritte ihres Kindes. Anhand mehrerer Videoaufnahmen lernten die Mütter unterschiedliche Zeichen der Befindlichkeit zu sehen und besser zu verstehen und darauf aufbauend entspannter und feinfühliger mit ihrem Kind umzugehen.


Gruppe für Schwangere und junge Mütter – ein Kooperationsprojekt mit der Baby- und Krabbelstube Trier-Nord e.V.


Im Rahmen der Frühen Hilfen erarbeiteten wir gemeinsam mit der Baby- und Krabbelstube ein Gruppenkonzept speziell für Schwangere und junge Mütter im Stadtteil.
Die Gruppe wurde konzipiert als langfristiges Angebot für maximal 8 Teilnehmerinnen in fester Zusammensetzung.
Über Einzelgespräche gelang es, 7 Frauen im Alter zwischen 17 – 24 Jahren für eine Teilnahme an der geplanten Gruppe zu motivieren, sodass wir im April 2010 mit der Gruppe starten konnten.
Seit dieser Zeit trifft sich die Gruppe mit 2 Gruppenleiterinnen aus den beiden Einrichtungen 14-tägig in der Baby- und Krabbelstube Trier- Nord. Parallel zum Gruppenangebot werden die Kinder bei Bedarf in der Einrichtung betreut.

Ziele des Gruppenangebotes:
•    Förderung der Kontakte der Frauen untereinander auf der Basis gegenseitiger Wertschätzung
•    Förderung eines konstruktiven Erfahrungsaustausches, der gegenseitigen Ermutigung und Unterstützung
•    Vermittlung von Informationen zur Schwangerschaft, Elternrolle, kindlichen Entwicklung, zu Fragen der Erziehung etc.
•    Stärkung der individuellen Ressourcen der Mütter, insbesondere im Hinblick auf Kinder, Partnerschaft und berufliche Perspektiven
•    Unterstützung zum Aufbau von familienstützenden Netzwerken
•    Erweiterung der Erlebnisräume im Rahmen von gemeinsamen Gruppenaktivitäten

Thematische Schwerpunkte der Gruppentreffen
Im Rahmen der Gruppentreffen gab es innerhalb von fast 2 Jahren eine Vielzahl von Themen,
die an der Lebenswelt der Mütter orientiert waren. Die Themen wurden in der Gruppe gemeinsam ausgewählt und von den Gruppenleiterinnen inhaltlich vorbereitet. Zu Beginn des Treffens brachten die Frauen in der „Befindlichkeitsrunde“ für sie wichtige aktuelle Themen ein, die bei Bedarf vorrangig in der Gruppe besprochen wurden.
Ergänzt wurden die thematischen Gruppentreffen durch die Einladung von externen Kooperationspartnern. Beispielsweise beantwortete eine Hebamme Fragen im Zusammenhang mit Schwangerschaft, Geburt und Nachsorge von Mutter und Kind und motivierte die Schwangeren, die Betreuungsangebote durch Hebammen anzunehmen.
Zu beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten von Frauen besuchte die Gruppe ein Projekt in Trier-West und wurde von der Projektleiterin des Projekts „Pflegekundig“ im Rahmen von  „Stärken vor Ort“ über Möglichkeiten zum Ein- bzw. Wiedereinstieg von Müttern im Altenpflegebereich informiert.

Mutter-Kind-Freizeit im Ferienpark Leiwen/Mosel

Eine besondere Attraktivität für die Gruppe hatte die dreitägige Mutter –Kind Freizeit im Juni 2011 im Ferienpark Leiwen. 6 Mütter mit 9 Kleinkindern nahmen an dieser Freizeit teil, die über eine Spende der Baby- und Krabbelstube und einen kleinen Teilnehmerbeitrag ermöglicht werden konnte.
Im Vordergrund der Freizeit standen gemeinsame Aktivitäten und gemeinsame Gruppenerlebnisse: Beim Schwimmbadbesuch, bei der Nutzung des „Indoor-Spielparadieses,  des Air Trampolin, beim Besuch des Tierparks etc.
Die jungen Mütter kümmerten sich eigenverantwortlich um ihre Kinder und übernahmen  Aufgaben für die Gruppe, wie z.B. die Zubereitung der gemeinsamen Mahlzeiten.
Am Abend nutzten die Frauen die „kinderfreie Zeit“ zu persönlichen Gesprächen, zum gemeinsamen Spiel und Spaß miteinander und zur Entspannung.
Die Freizeit wurde von den Müttern in vielfacher Hinsicht als positives Erlebnis bewertet. Dazu zählen: Neue Erfahrungen in einer unbekannten Umgebung, Aufgaben gemeinsam zu meistern, unbelastet vom Alltag Zeit mit ihren Kindern zu verbringen, selbst noch mal zu spielen, die Kontakte untereinander zu vertiefen und Freundschaften zu schließen.
Die Freizeit trug mit dazu bei, dass die Gruppe sich weiter festigte und sich eine hohe Identifikation der Mütter mit der Gruppe entwickelte. Aufgrund dieses positiven Ergebnisses und auf Wunsch der Frauen wird die Gruppe auch in 2012 weitergeführt.

E. Arbeitskreis Kooperative Erziehung in Trier - Nord

10 Jahre Arbeitskreis Kooperative Erziehung
Ein gelungenes Netzwerk zur Förderung der Kinder, Jugendlichen und Familien im Stadtteil Trier-Nord

Im November 2012 konnte der Arbeitskreis im Rahmen des 50. Treffens im Bürgerhaus Trier-Nord auf 10 Jahre Zusammenarbeit der verschiedenen Institutionen aus dem Erziehungs-, Bildungs- und Beratungsbereich in Trier -Nord und dem Jugendamt der Stadt Trier zurückblicken.
Gestartet ist der Arbeitskreis, der auf Initiative der Familienberatungsstelle gegründet wurde, unter den Fragestellungen:

•    Was können wir in den jeweiligen Einrichtungen und gemeinsam dazu beitragen, um die Entwicklungschancen der Kinder und Jugendlichen zu verbessern?
•    Wie können wir die Eltern in ihrer Erziehungsverantwortung und Erziehungskompetenz stärken?
•    Wie gelingt eine gute Kooperation der Einrichtungen untereinander und mit den Eltern?

Seit seiner Gründung im Jahr 2002 arbeiten 11 Einrichtungen im Arbeitskreis kontinuierlich zusammen. Bis 2012 konnte der Arbeitskreis auf 16 Einrichtungen aus dem Stadtteil erweitert werden.

Abbildung: Graphik Kooperative Erziehung

Der Auftakt der Aktivitäten zur Gründung des AK bildete eine aktivierende Befragung von Eltern und Institutionen in Trier-Nord zur familiären Erziehung, zum pädagogischen Auftrag und der Arbeit der Einrichtungen und zu Problemen und Potenzialen des Stadtteils. Die Ergebnisse wurden ausgewertet und im Rahmen einer Veranstaltung vorgestellt und mit den teilnehmenden Eltern und den verschiedenen Institutionen diskutiert.

In den ersten Jahren wurden neben den regelmäßigen Arbeitskreistreffen Bastelangebote für Eltern und Kinder, Elterninfonachmittage z. B. zu Impfungen, Kinderkrankheiten gemeinsam organisiert und unter einem thematischen Schwerpunkt, wie z.B. unter dem Motto „Komm spiel mit mir“ Aktionen in den Einrichtungen durchgeführt.

Zur Information für die Eltern und eine weitere Öffentlichkeit wurde in 2004 eine Infobroschüre erstellt, in der die Einrichtungen des Arbeitskreises mit ihrem spezifischen Angebot vertreten sind und darüberhinaus über die vielfältigen Einrichtungen für Kinder/Jugendliche und Eltern in Trier-Nord informiert wird.

Bei den jährlich stattfindenden 4 – 5 Sitzungen des AK hatte der kollegiale Austausch zur Arbeit - zu Entwicklungen und Neuerungen, Problemen und Herausforderungen der einzelnen Arbeitsbereiche- einen festen Platz.
Ausgehend von den besonderen Anforderungen und Erfahrungen im Berufsalltag wurden darüber hinaus von den Fachkräften aktuelle Themen ausgewählt, inhaltlich vorbereitet und diskutiert, wie beispielsweise:
Kooperation zwischen Eltern- Schule- Jugendhilfe
Integration von Migrantenfamilien im Stadtteil
Kinder psychisch kranker Eltern – Risiken –Ressourcen- Hilfen
Psychische Auffälligkeiten/Störungen/ Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter
Umgang mit Medien – Chancen und Gefahren
Inklusion versus Integration

Zur Vertiefung der Themen konnte der Arbeitskreis verschiedene externe FachreferentInnen aus sozialen, medizinischen und öffentlichen Einrichtungen der Stadt Trier zur Teilnahme an den Arbeitskreistreffen gewinnen. Der Informationsaustausch zu den speziellen Angeboten, die Fachvorträge und die anregenden Diskussionen trugen zur Erweiterung des Fachwissens bei und es entstanden neue Kontakte und Kooperationen zu den jeweiligen Facheinrich-tungen, die im Berufsalltag für die Arbeit mit den Kindern, Jugendlichen und Eltern gut genutzt werden konnten.
Umgekehrt konnten sich auch die Facheinrichtungenvor Ort über die Vielfältigkeit der Arbeit der unterschiedlichen Institutionen in Trier-Nord informieren und auch die verschiedenen AnsprechpartnerInnen kennenlernen.
Über die Einladung des Fachdienstes Kinderschutz des Jugendamtes hatte der Arbeitskreis Gelegenheit, im Rahmen der Landeskonferenz Kinderschutz in 2009, die teilnehmenden Institutionen und die Ziele und Arbeitsweise des AK einer größeren Fachöffentlichkeit zu präsentieren, auch als Beispiel für eine gelungene Netzwerkarbeit im Sinne „Früher Hilfen“ zum Schutz des Kindeswohls.

Die 50. Sitzung des Arbeitskreises Kooperative Erziehung und sein 10-jähriges Bestehen waren Anlass dafür, ein Resümee zu ziehen zu der Frage, welcher Nutzen die Teilnahme am AK für die eigene Arbeit hat.
Die kontinuierliche Zusammenarbeit der KollegInnen unterschiedlicher Institutionen, Träger und Professionen wurde von den beteiligten Fachkräften im Arbeitskreis als sehr positiv bewertet.
Dazu gehörte: Das Sich-Kennenlernen und das Kennenlernen der verschiedenen Arbeitsfelder, die Wertschätzung für einander und der Aufbau eines Vertrauensverhältnisses auf professioneller Basis. Dies ermöglichte es, Anliegen unproblematisch auf kurzem Wege klären zu können und den Austausch miteinander im Berufsalltag zu intensivieren.
Weiterhin wurden genannt: Die fachlichen Inputs und der Austausch zu aktuellen Fachthemen, zu Stadtteil- und jugendhilferelevanten Neuerungen, zu neuen Entwicklungen in sozialen und pädagogischen Bereichen sowie die Einladung von externen FachreferentInnen.
Nicht zuletzt ist es gelungen, auf der Basis einer guten Zusammenarbeit nicht nur Ideen für neue Angebote zu entwickeln, sondern auch trägerübergreifend gemeinsame Projekte für Kinder, Jugendliche und Eltern zu initiieren.

Die Einrichtungen des Arbeitskreises Kooperative Erziehung bedanken sich bei allen, die die Arbeit unterstützt und mitgetragen haben und freuen sich auf weitere Jahre guter Zusammenarbeit.

Kontaktadresse des AK Kooperative Erziehung
Familien-, Paar und Lebensberatungsstelle des Bürgerhaus Trier-Nord, Franz-Georg-Str. 36, 54292 Trier, Telefon: 0651-91820-16/17/31
Email: familienberatung@buergerhaus-trier-nord.de